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„Probleme mit der Motorik“ – das Schreibmotorik Institut in der Frankfurter Rundschau12. August 2015

„Probleme mit der Motorik“ – das Schreibmotorik Institut in der Frankfurter Rundschau

Die Autorin Melanie Öhlenbach befasst sich in der Rubrik Wissen & Campus der FR-Ausgabe vom 12. August mit der Problematik, warum Schüler im Unterricht keine lesbare Handschrift entwickeln – obwohl diese von großer Bedeutung ist.


„Probleme mit der Motorik“ – das Schreibmotorik Institut in der Frankfurter Rundschau

Schwierigkeiten beim Handschreiben beobachtet die interviewte Deutschlehrerin Dörte Ehlert aus Bremen regelmäßig in ihrem Schulalltag: „Einige Kinder tun sich schwer mit der Schreibschrift, weil sie motorische Probleme haben“. Die Aussage deckt sich mit den im Artikel genannten Ergebnissen der aktuellen Umfrage des Schreibmotorik Instituts in Kooperation mit dem Deutschen Lehrerverband unter mehr als 2.000 Lehrkräften: Vier Fünftel der befragten Lehrer gaben an, dass sich die Lesbarkeit der Handschrift ihrer Schüler im Laufe der Schulzeit verschlechtert habe. Insgesamt sollen mehr als die Hälfte der Jungen und fast ein Drittel der Mädchen Probleme haben, mit der Hand zu schreiben.

„Handschreiben ist wichtig“

Dabei verdeutlichen die Umfrage-Ergebnisse die immense Bedeutung der Handschrift: „Handschreiben lernen ist wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“ meinten 98 Prozent der befragten Lehrer. Diese Resultate werden von zwei Experten unterstützt. Udo Beckmann, Bundesvorsitzender beim Verband Bildung und Erziehung in Berlin, bekräftigt ebenfalls den Wert der Handschrift – deren Einübung an der Grundschule dürfe nicht zur Disposition gestellt werden: „Ich halte gar nichts davon, das Schreiben per Hand durch das Tippen auf der Tastatur zu ersetzen“.

„Das Schreiben mit der Hand ist ein wichtiger Bestandteil beim Lese- und Schreiberwerb und trägt zur Erinnerungsleistung bei“, betont auch Christian Marquardt, wissenschaftlicher Beirat des Schreibmotorik Instituts. Doch wie Schüler mit der Hand schreiben lernen sollen, sei nicht einheitlich geregelt. Am Ende der Grundschulzeit sollte eine individuelle, formschöne und kreative Handschrift entwickelt sein, die zügig und zugleich lesbar eingesetzt werden kann.

Doch die Methode hierzu fehle noch, kritisiert Marquardt. Sobald die Kinder ab der dritten oder vierten Klasse die Schrift beschleunigen müssen, würden sie laut dem Schreibmotorik-Experten Überflüssiges weglassen, Buchstaben vereinfachen oder anders verbinden und anfangen zu tricksen. Die Schüler wüssten einfach nicht, wie sie gleichzeitig schnell und schön schreiben sollen. Seine Bilanz: „Das Ergebnis ist oft grauenhaft.“

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