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Foto Schreibmotorik InstitutKinder und Lehrer in Not: Probleme mit der Schreibmotorik nehmen zu

Viele Kinder haben Schwierigkeiten, im Verlauf des Schriftspracherwerbs in der Grundschule eine gut lesbare, flüssige Handschrift zu entwickeln, wie es in den bundesweit geltenden Bildungsstandards vorgegeben ist.

 

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Der Motorik kommt beim Prozess des Schreibenlernens eine elementare Bedeutung zu. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Schreibprobleme vor allem mit Problemen beim Erlernen einer guten Schreibmotorik zu tun haben. Und diese nehmen zu, wie die bundesweite Lehrerumfrage des Schreibmotorik Instituts in Kooperation mit dem Deutschen Lehrerverband 2015 ergab.

So hat nach Einschätzung der an der Umfrage beteiligten Lehrkräfte jeder zweite Junge (51 Prozent) und jedes dritte Mädchen (31 Prozent) Probleme mit der Handschrift. Die Befragungsergebnisse machen deutlich, dass ein Großteil der Kinder mehr Unterstützung benötigt.

Die Problematik ist besonders relevant vor dem Übertritt in die weiterführende Schule, denn die handschriftlichen Anforderungen an die Schulkinder steigen in der 5. Klasse deutlich. Dass nur zwei Drittel (62 %) der Schüler in den weiterführenden Schulen nicht in der Lage sind, länger als 30 Minuten beschwerdefrei zu schreiben, stimmt nachdenklich. Nicht zuletzt deshalb, weil die Leistungsbeurteilung größtenteils in schriftlicher Form im Rahmen von 1-2 Unterrichtseinheiten (in Deutschland, entspricht das 45– 90 Minuten) erfolgt.

Der Schrifterwerb in der Grundschule wird auch von den Lehrenden als ein elementarer Baustein der schulischen Bildung angesehen. Neben „mehr Zeit im Unterricht“ ist „spezielles motorisches Schreibtraining“ aus Sicht der befragten Lehrkräfte die wichtigste Handlungsoption, um die Probleme zu verringern. Es muss also darum gehen, dass alle Kinder auch in Zukunft eine Chance haben, das in den bundesweit geltenden Bildungsstandards vorgegebene Ziel erfolgreich zu erreichen.

Studien zur Schreibmotorik machen es möglich, eine ganze Anzahl von begünstigenden Faktoren zu identifizieren, die den Erwerb und die (Weiter-)Entwicklung von Schreibkompetenzen unterstützen. Darüber hinaus konnten erste Studien zeigen (z.B. Diaz Meyer et al, 2017), dass der Einsatz einer motorisch ausgerichteten Schreibförderung dazu führt, dass Kinder schneller und mit weniger Druck schreiben können.

Die besten Voraussetzungen haben Kinder, die bereits in der Vorschule spielerisch angeleitet werden, ihre Motorik zu trainieren. So bringen sie eine gute Basis an motorischen Kompetenzen mit in die Schule.

 

Zum Weiterlesen

Die detaillierten Lehrerumfrageergebnisse als PDF zum Download

Bundespressekonferenz: Das Schreibmotorik Institut in den Medien April 2015

MARQUARDT, C.; DIAZ MEYER, M.; SCHNEIDER, M.; HILGEMANN, R.: Learning handwriting at school – A teachers' survey on actual problems and future options, In: Trends in Neuroscience and Education (2016) 5 (3) , 82-89, http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2211949316300126

DIAZ MEYER, M; SCHNEIDER, M; MARQUARDT, M.; KNOPF, J.; LUPTOWICZ, C.: Schreibmotorische Förderung bei Erstklässlern: Ergebnisse einer Interventionsstudie. In: Didaktik Deutsch (2017) 43, S. 33-56.

Sämtliche Publikationen des Schreibmotorik Instituts

   

   

Sollten Sie Informationen aus dem vorliegenden Beitrag entnehmen, bitten wir Sie, diesen wie folgt zu zitieren:

Schreibmotorik Institut e.V. (2017). Kinder und Lehrer in Not: Probleme mit der Schreibmotorik nehmen zu. Zugriff am [dd.mm.jjjj] unter http://www.schreibmotorik-institut.com/index.php/de/fakten-und-tipps/fachwissen/503-kinder-und-lehrer-in-not-probleme-mit-der-schreibmotorik-nehmen-zu

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