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Foto: StabiloSpielerisches motorisches Schreibtraining: Freude am Schreiben, Freude am Lernen

Das erfolgreiche Schreibenlernen ist das Startkapital für den schulischen Erfolg. Pädagogen und Eltern können die nötigen Voraussetzungen schaffen, indem sie die motorischen Fähigkeiten der Kinder spielerisch trainieren und fördern.

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Positive und vielseitige Erfahrungen mit dem Stift und dem Schreiben sind besonders wichtig, um eine lesbare, flüssige, effiziente und individuelle Handschrift zu entwickeln.

Beim Schreibenlernen – wie bei anderen Formen des motorischen Lernens – stellt sich der Lernerfolg durch das Erforschen und Erleben von individuellen Ausführungen und Lösungsansätzen ein. Durch die bewusste Variation von (Buchstaben-)Formen, Schreibgeschwindigkeit, Schreibdruck und Schreibrhythmus sollen die Kinder Schrift und Schreiben in vielfältiger Weise erfahren und einüben und so ihre schreibmotorischen Kompetenzen weiterentwickeln.

Schon einfache Hinweise und Übungen genügen, um die schreibspezifische Motorik zu verbessern:

1. Verbesserung der Finger- und Feinkoordination: Erprobung des Stiftes durch Drehen des Stiftes mit Daumen und Zeigefinger, Stift nach vorne und nach hinten wandern lassen, den Stift durch die Finger wie einen Propeller in beide Richtungen drehen.

2. Verbesserung der schreibspezifischen Grundbewegungen: Daumen und Zeigefinger bilden ein kreisrundes „O“ und bewegen sich vor- und zurück (koordinierte Beugebewegungen).

3. Steigerung des Schreibtempos: Schnelle horizontale, vertikale und diagonale Striche spuren.

4. Transfer von freien Bewegungen zu Schreibbewegungen herstellen: Aus lockeren Kritzelbewegungen heraus zügig Buchstaben schreiben. 5. Förderung einer individuellen lesbaren Handschrift: Bewusstes Verändern und Variieren der Buchstabengröße.

6. Individuelles Schreibtempo finden und Schreibbewegungen automatisieren: Buchstaben und Wörter übertrieben langsam und schnell schreiben und hinsichtlich der Lesbarkeit reflektieren.

7. Förderung der Eigenwahrnehmung: Variation im Druckaufwand beim Kritzeln, auch mit geschlossenen Augen. Anschließende Selbstreflektion: Wie „hört“ sich starker Druck auf dem Papier an? Wie fühlt sich mein Arm dabei an?

8. Förderung von flüssigem Schreiben: Buchstaben im gleichmäßig rhythmischen Verlauf schreiben und eine Schreibmelodie finden.

9. Schreibbewegungen automatisieren: Bekannte Buchstaben und Wörter schnell diktieren und sofort aufschreiben.

10. Bewegungsabläufe üben: Gemeinsam mit Freunden eine Rennbahn auf Papier zeichnen und mit dem Stift um die Wette fahren.

11. Verbesserung der Stifthaltung und Druckdosierung: Aus einem zusammengeknüllten Papier eine Berglandschaft falten und darauf mit einem Stift die „Gebirgskette“ nachzeichnen, Formen darauf zeichnen, Zahlen und Namen schreiben.

 

Zum Weiterlesen

MARQUARDT, C.; SÖHL, K.; DIAZ-MEYER, M.: Schreibmotorik - Förderung der Handschrift. In: SchuleAktiv! (2015), Ausgabe Heft 2 / 2015, http://www.cda-verlag.com/?p=1688

MARQUARDT, C.; SÖHL, K.: Schreibmotorik - Schreibenlernen leicht gemacht, STABILO Education, (2016).

Sämtliche Publikationen des Schreibmotorik Instituts

   

   

Sollten Sie Informationen aus dem vorliegenden Beitrag entnehmen, bitten wir Sie, diesen wie folgt zu zitieren:

Schreibmotorik Institut e.V. (2017). Spielerisches motorisches Schreibtraining: Freude am Schreiben, Freude am Lernen. Zugriff am [dd.mm.jjjj] unter http://www.schreibmotorik-institut.com/index.php/de/fakten-und-tipps/fachwissen/501-spielerisches-motorisches-schreibtraining-freude-am-schreiben-freude-am-lernen

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