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Daniela Westner und Corinna Weis auf der didacta28. März 2014

Vortrag des Schreibmotorik Instituts auf der Bildungsmesse didacta: „Schreiben lernen – auf die Motorik kommt es an“

Schreiben lernen ist in erster Linie Bewegungslernen: Stimmt die Motorik, gelingt auch der Rest. Das erfuhr ein breites Fachpublikum auf der didacta, der größten europäischen Bildungsmesse, beim gemeinsamen Vortrag von Daniela Westner, Institutsleitung des Schreibmotorik Instituts und Corinna Weis, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Fachdidaktik Deutsch Primarstufe an der Universität des Saarlandes.

Daniela Westner und Corinna Weis auf der didactaRund 90.000 Besucher kamen dieses Jahr nach Stuttgart zur bedeutendsten Bildungsmesse Europas. Lehrkräfte, Erzieher, Dozenten, Ausbilder, Trainer und Personalentwickler informierten sich an den Messeständen und nutzten das umfangreiche Rahmenprogramm mit Vorträgen, Seminaren, Foren und Sonderveranstaltungen.

Das Eisbergmodell – die Schrift ist nur das Ergebnis, die Spitze

Daniela Westner, Institutsleitung des Schreibmotorik Instituts und Corinna Weis, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität des Saarlandes, referierten gemeinsam über die Bedeutung der Motorik beim Schreibprozess. Ihre Kernaussage: Eine gute Schrift ist das Ergebnis eines erfolgreichen Lernprozesses, der auf Motorik basiert. Die individuelle Handschrift ist dabei das sichtbare Ergebnis – vergleichbar mit der Spitze eines Eisbergs. Wie beim Eisberg kommt es auch bei der Schrift auf die tragfähige Basis unter der Oberfläche an. Dieser auf den ersten Blick nicht sichtbare Untergrund ist die Motorik, genauer die Befähigung zu Geschwindigkeit, Druck und Rhythmus sowie die Übertragung dieser Kompetenzen auf die Schrift.

didacta, Daniela Westner

Daniela Westner erläuterte entscheidende Parameter beim Erwerb der Handschrift. Dazu gehören Grundbewegungen von Schrift wie Kreise, Striche und Bögen sowie Körperhaltung und Stiftführung. Des Weiteren stellte sie den SchreibCoach® vor, eine Software zur Analyse von Bewegungsabläufen beim Schreiben. Damit wird es möglich, den Untergrund sichtbar zu machen.
Corinna Weis präsentierte anschließend gute Schreibaufgaben für den Anfangsunterricht.

Corinna Weis auf der didacta

Lehrkräfte wünschen sich Unterstützung bei der Förderung der Motorik

Das Schreibmotorik Institut war auf dem Messestand von STABILO vertreten. Es informierte über seine wissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden sowie deren Übertragung auf den pädagogischen Alltag. Als Anschauungsmaterial dienten zwei pädagogische Angebote des Schreibgeräteherstellers STABILO: Schriftentdecker-Box und Scheibforscher-Box. Das Informationsangebot fand großes Interesse, denn das Thema „Schreibmotorik“ hat Relevanz. Erfahrungsgemäß haben Jungen mehr Probleme als Mädchen. Auch fällt es schwerer, Jungen zum Schreiben zu motivieren. Viele Pädagogen/-innen wünschen sich Beratung zur besseren Förderung der Motorik.

SchriftentdecKer-box: Übungen für Vorschulkinder

schreiblernbox 630Die Grundlagen für ein späteres erfolgreiches Schreibenlernen erwerben Kinder am besten bereits im Vorschulalter. Die Schreiblernbox bietet ein Übungsangebot, um das frühe Interesse am Schreiben und an der Schrift zu wecken. Die Kinder sollen von Anfang an eine gute und effiziente Schreibmotorik entwickeln, damit die Freude am Schreiben bleibt.

Schreibforscher-Box: Übungen für Grundschulkinder

Die Freude am Schreiben zu erhalten, ist das Ziel der Schreibforscher-Box. Spielerisch-anspruchsvolle Unterrichts-Materialien helfen Grundschullehrer/-innen und Schüler/-innen in den ersten beiden Grundschulklassen, den Übergang zum automatisierten Schreiben zu erleichtern. Motorische Elemente wie die Erweiterung und Variation des Bewegungsspektrums, abwechslungsreiches Üben, sowie ausreichende Bewegungserlebnisse beim Schreiben stehen bei der Schreibforscher-Box im Mittelpunkt. Denn, so die grundlegende wissenschaftliche Überzeugung, der Lernerfolg beim motorischen Lernen stellt sich nicht durch das Einschleifen einer vorgegebenen äußeren Form ein. Sondern durch das Erforschen und Erleben von individuellen Lösungsansätzen. Entsprechend wichtig ist es, bei den Kindern die Lust auf Schreiben zu fördern, sie zu Schreibforschern zu machen. Die Kinder trainieren beispielsweise auf einer Rennbahn spielerisch ihre motorischen Fähigkeiten. Eine wissenschaftliche Studie in Wien hat gezeigt, dass bereits ein wöchentliches Schreibmotorik-Training zu deutlich besseren Ergebnissen führt.

Entwickelt haben diese neue motorisch gestützte Schreiblernmethode Dr. Christian Marquardt und Karl Söhl, wissenschaftliche Beiräte des Schreibmotorik Instituts. Wissenschaftlich begleitet wurden sie durch den Lehrstuhl für Deutschdidaktik von Prof. Dr. Julia Knopf der Universität des Saarlandes.

 

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